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Queenstown II

An diesem sonnigen Morgen haben wir in aller Ruhe gefrühstückt und sind dann mit der Gondel wieder auf den Berg gefahren. Dort sind wir den Skyline Walk (1h) gewandert und hatten eine bombastische Aussicht.

Aussicht auf die Umgebung von Queenstown
Aussicht auf die Umgebung von Queenstown

Dann wollte Benno unbedingt auf der Sommerrodelbahn fahren. Gut, ist ja Urlaub. Wir haben uns aber in 5 Abfahrten geteilt; 1x Antje, 1x Basti und 3x Benno. Das hat ihm viel Freude gemacht.

Benno beim Sommerrodeln
Benno beim Sommerrodeln

Danach gab es eine kleine Mittagsstärkung für das anschließende Paragliding. Zuerst war Basti dran. Zusammen mit Chris (aus der Schweiz) ging es in etwa 10 Minuten vom Berg ins Tal über spektakulärer Landschaft mit ein paar leichten Aufwinden.

Basti und Chris an einem Schirm
Basti und Chris an einem Schirm

Als ich mit der Gondel wieder oben war, war Antje an der Reihe. Ich habe Selma in der Trage übernommen. Benno wollte jetzt jedoch auch unbedingt mit dem Schirm durch die Luft gleiten. Der Pilot hatte nichts dagegen und nach einer kurzen Rücksprache mit Benno war die Sache geritzt. Relativ schnell war der Schirm zurechtgelegt und dann war Benno auch schon in der Luft und erwischte einen guten Wind, der ihn zusammen mit dem Pilot bis über den See trug.

Benno mit Michael über Queenstown
Benno mit Michael über Queenstown

Antje brauchte etwas länger, aber dann erhob sie sich zusammen mit Ihrem Pilot in die Lüfte.

Antje auf der Paragliding-Startbahn
Antje auf der Paragliding-Startbahn
... und dann in der Luft
... und dann in der Luft

Ich bin mit Selma in der Seilbahn nach unten gefahren und habe die beiden Flieger abgeholt. Nach einem kurzen Erfahrungsaustausch und der Feststellung, dass es uns SUPER gefallen hat, sind wir zur letzten Kiwi-Fütterung an diesem Tag in das Birdlife-Center eingeritten. Der Eintritt war mit 50$ recht üppig bemessen, dafür das wir 10 Minuten 2 Kiwis im Rotlicht beim Essen zusehen konnten. Aber jetzt haben wir wenigstens mal die flugunfähigen Vögel (sind eigentlich ganz schön groß) in Echt gesehen. In der Realwelt blieb uns das bisher verwehrt.  Nachdem Benno dann auch noch auf dem Trampolin springen durfte, sind wir noch ein kleine Runde durch die Queenstown Gardens gelaufen. Hier kann man Frisbee Golf spielen. Wir haben auch ein paar Menschen gesehen, die gerade dabei waren. Beim Frisbee Golf muss man seine Frisbeescheibe über einige Entfernung einfach in einem Korb versenken. Und nun ratet mal wieviele Körbe es hier gibt … richtig 18 … 🙂 Eigentlich wäre das mal eine Idee für den Großen Garten in Dresden. Kurz vor Sonnenuntergang zeigte sich dann schon wieder mal der Mond recht knapp über dem Horizont.

Der Mond über den Bergen
Der Mond über den Bergen

Für uns gingen zwei sehr schöne Tage in Queenstown zu Ende. Man hätte sicher hier noch das eine oder andere Verrückte machen könnnen, doch wir wollen noch mehr in Neuseeland sehen. Nach dem Abendbrot fielen wir schnell ins Bett und jeder träumte von seinem Paragliding Flug.

Queenstown

In Queenstown gibt es eine ganze Menge zu erleben. Nicht umsonst ist dies hier die Adrenalinhauptstadt von Neuseeland. Vom Super-Indoor-Minigolf bis zum 134m Bungeesprung kann Alles geboten werden. Wir haben aber leider gar nicht die Zeit, Alles mal auszuprobieren. Deshalb zähle ich mehr oder weniger unsere Erlebnisse der beiden Tage auf und fülle sie mit entsprechenden Bildern. Jedes Erlebnis einzeln aufzuschreiben, wäre zu zeitaufwendig. Unser Zeltplatz liegt absolut zentral und damit können wir innerhalb kürzester Zeit fast alle Adventures gut erreichen. Zuerst haben wir uns in die Indoor-Minigolf-Anlage gewagt. Der Eintritt liegt schon deutlich höher als beim normalen Minigolf. Das lohnt sich aber – 18 detailgetreu nachgestellte Orte Neuseelands mit allerlei Spielerei. Z.B. fährt der Golfball mit einer Skigondel nach oben, rollt Flussläufe entlang oder es wird eine Rakete gezündet. Alles sehr genial gemacht und Benno hat am Ende sogar gewonnen.

Aucklands Skyline im Minigolf
Aucklands Skyline im Minigolf

Nach dem Minigolf sind wir nach Queenstown zum Shopping gelaufen. Verschiedene T-Shirts, Sachen für Selma und jeweils Schuhe für Benno und mich sind die Ausbeute. Um 16:00 Uhr sind die zwei Männer zum Jetboat fahren aufgebrochen. Es ging mit über 100 Sachen über den Wakatipu See und den Kawarau Fluss. Dabei fuhren wir knapp an Felskanten vorbei, drehten Kreise und durchquerten enge Schluchten und schrammten unter herabhängenden Bäumen durch. Das war absoluter Männerspass. Nach 1 Stunde waren wir am Pier in Queenstown zurück und mussten uns beeilen. Antje und Selma waren schon vorausgegangen, denn um 18:00 Uhr hatten wir das Dinner im Gondola Restaurant hoch oben über Queenstown mit anschließender Kiwi Haka Maori Show. Die Aussicht aus dem Restaurant über die Stadt, die Remarkables (Bergkette aus Herr der Ringe) und den Lake Wakatipi sind einmalig.

Es wird Nacht über Queenstown
Es wird Nacht über Queenstown

Auch die Kiwi Haka Show war gut. Wir wurden ins Kämpfen und Feiern der Maoris eingeweiht und mit Liebesliedern verzaubert. Leider war die Show bereits nach 30 Minuten vorbei. Aber die Eindrücke und die Fotos bleiben zum Glück.

Erschreckungstaktik der Maori
Erschreckungstaktik der Maori

Nach einem sehr schönen Tag sind wir mit der Seilbahn wieder zurück in die grandios beleuchtete Stadt gefahren. Die 10 Minuten Fußweg bis zum Zeltplatz vergingen schnell und genauso sind wir auch ins Bett. Denn auch der nächste Tag sollte wieder spannend werden.

Skydiving und Fahrt nach Queenstown

Nein, ich war in der Nacht nicht aufgeregt. Es hat nämlich ein starker Wind geblasen und zwar so stark, dass ich eher Angst hatte, nicht springen zu können. Nach dem Frühstück habe ich aber bereits in einiger Entfernung das Flugzeug kreisen hören und kurz darauf auch Fallschirmspringer gesehen. Da war ich ein wenig froher. Wir sind dann auch gleich aufgebrochen und die 10 Minuten bis zum Flugplatz gefahren. Ich wurde im Skydive-Center auf das Herzlichste mit Namen begrüßt und mir wurde gesagt, dass es noch ein klein wenig dauern kann. War ja auch erst 10:45 Uhr und ich hatte mich für 12:00 Uhr eintragen lassen. Eine halbe Stunde später wurde es dann auch Ernst.

Vor dem Sprung
Vor dem Sprung

Ingmar, mein Tandempilot stellte sich mir vor. Er hat bereits über 13.000 !!! Sprünge absolviert – aber bange war mir eh nicht. Nach einem kurzen Interview ging es dann ab zum Flugzeug und mit 3 anderen Pärchen und meiner Kamerafrau ab in die Luft.

Mit dem Flugzeug ging es in die Luft
Mit dem Flugzeug ging es in die Luft

Schnell bewegten wir uns nach oben mit einer gigantischen Aussicht über die Südalpen. Bald hatten wir 6.000ft erreicht und Ingmar macht sich daran, uns beide aneinanderzuketten. Nach 12.000ft kam das erste Zeichen und mein Gegenüber stieg mit seinem Piloten aus … uih … der war aber schnell außer Sichtweite. Als nächstes wäre ich dran – auf einmal ging mir doch der Frack. Aber wir stiegen erstmal noch 3.000ft höher. Dann das GO. Die Tür ging auf, starker Wind, meine Kamerafrau stieg aus. Wir rutschten zum Ausgang, Beine raus. Ein letztes Foto und dann ein Ruck und YEEEEEAAAAAAAHHHHHHHHHH. Freier Fall für 60 Sekunden. Vor meinen Augen die Kamerafrau, die mich auforderte schön zu lächeln. Ich gab mein Bestes. Leider habe ich hier kein Zeitgefühl. Ich schaue in die Kamera, ab und zu auch kurz in die Landschaft. Ich schaue auch nach unten … uihuihuih. Dann ein Ruck, der Schirm öffnet sich. Auf einmal sind wir langsam, ich denke fast wir stehen. Erst jetzt kann ich die Aussicht geniessen. Wir drehen noch ein paar Kreise und nähern uns langsam dem Erdboden.

Im Landeanflug
Im Landeanflug

Ich kann bereits das Gebäude erkennen … dann sehe ich Antje und Benno. Sie winken mir zu. Ich glaube, ich habe meine ersten Skydive gut gemeistert. Dann die Landung. Ich bin ertsmal überwältigt und kann es nicht fassen.

Wieder auf dem Erdboden
Wieder auf dem Erdboden

Geschafft und heil gelandet. Mein Körper besteht eigentlich nur noch aus Glückshormonen. Ich sehe Antje und ich weiß, dass sie es auch will. Ich brauch sie noch nicht mal zu fragen. Und kaum habe ich meinen Anzug ausgezogen, steht sie bereits an der Anmeldung. Ein Sprung aus 12.000ft mit 45 Sekunden freiem Fal ist Ihr Ziel. Schnell hat Sie Ihren Anzug an. Das Wetter spielt noch mit. Und dann verschwindet Sie schon mit ihrem Tandempiloten im Flugzeug.

Antje und Ihr Tandempilot
Antje und Ihr Tandempilot

Ich wünsche Ihr alles Gute. Antje steigt als Erste aus und ist an Ihrem bunten Schirm gut in der Luft auszumachen.

Antje kommt dem Boden näher
Antje kommt dem Boden näher

Als Antje wieder landet, ist sie außer Rand und Band und sieht sehr glücklich aus.

YES!
YES!

Beide sind wir das erste Mal mit dem Fallschirm gesprungen und auf einmal sind wir Adrenalinsüchtig. Nachdem wir uns wieder etwas beruhigt hatten und in der Lage befanden, sind wir direkt nach Queenstown – der absoluten Adrenalin-Kick-Stadt in Neuseeland – gefahren. Und auch dort werden wir viele schöne und aufregende Dinge erleben. Mit kurzem Mittagsstopp in Cromwell und einem kurzen Halt an AJ Hackett’s (Erfinder des Bungeejumpings) Kawarau Bridge (Ort des ersten Bungeesprungs) sind wir bei Sonne in Queenstown auf dem Lake View Campingplatz gelandet. Nur 5 Minuten Gehzeit vom Stadtzentrum entfernt, stürzten wir uns noch in den Abendtrubel. Nachdem wir die Kleinstadt erkundet hatten, sind wir in die Kneipe Lonestar „im wahrsten Sinne des Wortes“ eingeritten. Dort haben wir uns für die kommenden Tage gestärkt. An dieser Stelle: Danke Pete für Deine einzigartige Daumengeste 🙂 Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass wir alle gut geschlafen und schön geträumt haben in dieser Nacht.

Mount Iron und Wanaka

Nach einem ausgedehnten Frühstück und einer kleinen Runde Fußball sind wir wieder nach Wanaka gefahren und haben am Mittag den Mount Iron bestiegen. Ein Rundweg von etwa 2 Stunden, der uns auf die Bergspitze führt und ein 360 Grad Panorama auf die umliegenden, teils schneebedeckten Berge abgibt.

Aussicht vom Mt. Iron in Wanaka
Aussicht vom Mt. Iron in Wanaka

Am Nachmittag beschlossen wir weiter nach Queenstown zu fahren. Kaum waren wir aus Wanaka raus, kamen wir am Flugplatz und am Skydive Center vorbei und da beschloss ich spontan, mit dem Fallschirm zu springen. Gesagt, getan. Die Leute waren auch gleich freundlich und meinten, dass es heute noch möglich wäre. Ich entschloss mich für ein Sprung aus 15.000ft Höhe, was etwa 4.500 Metern entspricht. Dabei hat man 60 Sekunden freien Fall … ja das wollte ich … auch gleich mit Video. Dann aber knapp 1 Stunde später doch die Absage, zuviel Wind für heute. Ob ich morgen Mittag Zeit hätte … ja, das hätte ich. So haben wir schnell umgeplant und noch eine Nacht in Wanaka verbracht. Nach einem gemütlichen Nachmittag am Lake Wanaka sind wir nochmal auf den freien Campingplatz gefahren und ich habe dort den nächsten Tag mit Freuden erwartet.

Über den Haast Pass nach Wanaka

Ich glaube, dass wir die Ersten waren, die sich an diesem Morgen aus dem Staub gemacht haben. Als wir abfuhren, goss es immer noch. Schreckliches Wetter, aber das hat mir Daniela ja bereits vorausgesagt – an dieser Stelle noch einmal DANKE für die freundliche Erinnerung. In Haast angekommen, wurde das Wetter kurzzeitig besser, so dass wir uns im Visitor Center nach Pinguinen in der Jackson Bay erkundigten – aber da sind wir etwas spät dran. Die waren alle schon weg. Da sind wir gleich weiter über den Haast Pass gefahren. Doch wir waren nicht schnell genug, der Regen hatte uns hier bereits wieder ein – zu traurig. Denn hier gibt es besonders viele schöne, große und fotogene Wasserfälle. Wie schade nur, dass die Bilder bei Dunst und grauen tiefhängenden Wolken alle überhaupt nicht wirken 🙁 Auch die Wanderung zu den „berühmten“ Blue Pools viel förmlich ins Wasser und als wir dort ankamen, warteten nur die Grey Pools (zu viel aufgewühlter Schlamm) auf uns. Einzig der Regenwald wirkt wohl bei Regen …

Gruselbaum im Regenwald
Gruselbaum im Regenwald

Aber um so näher wir dem Pass kamen, desto besser wurde die Aussicht auf besseres Wetter. Und endlich, als wir den Lake Wanaka erreichten, ließen wir den Regen und die Wolken hinter uns. Auf uns wartete Sonne und blauer Himmel gepaart mit einer wirklich steifen Brise. Dennoch machten wir in der Sonne Rast – wozu gibt es schließlich Windjacken – und genossen die Aussicht auf den See und die Sonne.

Wir lassen die Wolken hinter uns ...
Wir lassen die Wolken hinter uns ...

Nach einem stärkenden Mittag wurde auch die Stimmung im Fahrzeug Hinterraum besser und alle freuten sich auf sonnige Tage.

Den Kindern geht es gut
Den Kindern geht es gut

Der Lake Wanaka hat mit dem Lake Hawea einen Zwillingssee. An den Ufern der beiden Seen fuhren wir entlang und die Sonne tat Ihr Übriges dafür, dass es uns nach dem Frust am Gletscher wieder richtig gut ging. So besuchten wir am Nachmittag die Puzzle World in Wanaka. Ein Museum für Puzzle, Spiele, Hologramme, Optische Täuschungen, Labyrinthe, Rätsel und Irritationen. Das war alles sehr spannend, sowohl für Benno als auch für die Erwachsenen. Nach der Besichtigung haben wir uns lange Knobelspielen und Rätseleien hingegeben. Das wäre absolut das Paradies für Daniel, Sören, Sven und allen die nicht genug bekommen, von solchen kleinen Knobeleien. Zum Abschluss versuchten wir uns im Outdoor-Labyrinth. Hier gilt es innerhalb kürzester Zeit, die vier Türme zu erklimmen. Wir benötigten etwa 45 Minuten, Gute schaffen es in 30 Minuten, Schlechte in 1,5h. Wir waren also eher gut. Den Sonnenuntergang genossen wir in Wanaka am See.

Lake Wanaka
Lake Wanaka

Danach fuhren wir auf den freien Campingplatz ins 6 km entfernte Albertown und nächtigten dort in aller Seelenruhe.

Franz-Joseph Gletscher und Lake Mattheson

Es hat sehr viel geregnet in der Nacht … deshalb sind wir auch nicht wie geplant 06:30 Uhr aufgestanden und gegen 08:00 Uhr losgelaufen. Das war jedoch ein Fehler. Denn als wir gegen 07:45 Uhr aus unserem Wohnmobil gekrochen sind, war das Gletschertal noch ohne Bewölkung. Nach dem Frühstück sind wir dann zum Gletscher gefahren und so wie wir da angekommen sind, fing es in Strömen an zu regnen … aber wir haben die 90min Tour dennoch gemacht. Nachher waren wir jedoch alle 4 klatschnass, trotz Regenjacken, wasserfesten Schuhen und Regenbezügen für die Rucksäcke. Egal, wir haben den Gletscher mal aus nächster Nähe gesehen und auch ganz kurz (2 Minuten) ohne Regen erlebt. In der Zeit habe ich schnell ein paar Fotos gemacht.

Franz-Josef-Gletscher im Regen ...
Franz-Josef-Gletscher im Regen ...

Dann sind wir zum Wohnmobil zurück … wie gesagt, klatschnass. In einem Cafe in Franz Joseph Village haben wir uns dann alle aufgewärmt bei einer heißen Schokolade und einem guten Mittagessen. Als wir dann wieder trocken und gestärkt waren, sind wir weiter zum Fox Glacier gefahren, aber dort dasselbe Bild. Wir haben uns hier nach einem Hubschrauberflug auf den Gletscher erkundigt, aber bis auf unbestimmte Zeit sind wegen des Wetters alle Flüge gestrichen. So sind wir wenigstens noch mal um den Lake Mattheson gelaufen, welcher ein einzigartiges Postkarten-Bergpanorama abgibt. Allerdings wurden wir hier auch wieder herb enttäuscht. Der Regen ließ gerade mal zu, dass wir knapp über den See hinausschauen konnten, Sicht auf die Berge war aber absolute Fehlanzeige.

Lake Matheson ... ohne wirkliches Panorama
Lake Matheson ... ohne wirkliches Panorama

Dafür sind wir wieder so richtig nass geworden. Danach hatten wir die Schnauze voll und sind in Richtung Süden weitergefahren und haben nach starken Wolkenbrüchen am Abend die Nacht am Lake Paringa verbracht. Zusammen mit vielen anderen Campervans in der Hoffnung, dass wir nicht weggespült werden. Es hat die ganze Nacht ununterbrochen wie aus Kübeln geschüttet, und ich war zweimal in der Nacht schauen, wie hoch das Wasser am Wohnmobil schon steht. Aber alles ist gut verlaufen und jetzt wo ich das hier schreibe, sitzen wir schon wieder in der Sonne.

Westcoast = Wetcoast

Nach einer stürmischen und regnerischen Nacht sind wir gegen 08:00 Uhr aufgestanden. Wie unsere Nachbarn die Nacht verkraftet haben, kann ich nicht sagen, denn die sind mit ihrem Zelt noch vorher abgefahren. Der Regen hatte kurzzeitig aufgehört. Mit Benno wollten wir zum Strand und den Wellen, doch von unserem Parkplatz aus führte da kein Weg hin. Da sind wir weiter den Motorway 6 in Richtung Süden gebraust. In Greymouth haben wir im Warehouse endlich eine Picknikdecke und UV-Schutz-Badesachen für die Kids geshoppt. Nach einem Tankstopp in mittlerweile wieder strömendem Regen sind wir weiter gefahren bis Hokitika. Dort kam dann plötzlich die Sonne raus. Antje und Benno sind in der Stadt und am Strand gewesen. Dabei hat sich Antje geniale Ohrstecker aus Glas gekauft. Ich war mit Selma in der Bibliothek und habe dort an meinem Blog gearbeitet; bei kostenlosem Wifi-Internetzugang versteht sich 😉 . Nach dem Mittag ( Selma isst jeden Tag sehr gut ihren Brei) sind wir noch mal an den Strand gefahren und haben uns den Sturm um die Nase fegen lassen. Der starke Wind hat 4-5 Meter hohe Wellen an den Strand getrieben. Benno war begeistert.

Aufgewühlte Tasman See
Aufgewühlte Tasman See

Mit nun wolkenlosem Himmel ließ sich das Ganze gut aushalten lassen. Antje und Selma haben das windische Spektakel vom Wohnmobil aus beobachtet.  Anschließend sind wir bis zum Franz-Joseph-Gletscher gefahren und haben uns dort auf dem Top10 Holiday Park niedergelassen. Antje hat Berge an Wäsche gewaschen. Benno ist mit dem Tretauto den ganzen Nachmittag über den Campingplatz gelitzt, ähnlich einem Formel 1 Rennwagen. Basti war im Village um noch das ein oder andere gute Foto bei Sonne zu ergattern.

Die Sonne zeigt sich selten und kurz
Die Sonne zeigt sich selten und kurz

Das Wetter wurde zum Abend aber wieder schlechter und in der Nacht hat es wieder lange geregnet. Schlechte Vorzeichen für unseren geplanten Ausflug auf den Gletscher.

Längste Hängebrücke NZ + Pancake Rocks

Gleich am Morgen sind wir nach dem Frühstück zu Neuseelands längster Hängebrücke gefahren. Das war nicht weit, etwa 20km. Die Brücke ist 110 Meter lang und schwingt über den Buller (so heißt der Fluss).

Antje auf NZ's längster Swingbridge
Antje auf NZ's längster Swingbridge

Da es hier noch ein paar Attraktionen mehr gibt und auch Auswirkungen des Erdbebens (7,4) von 1929 angesehen werden können, kostet der Zutritt eine Kleinigkeit. Wir haben zusätzlich den Walk zu den Ariki Falls (kleiner Wasserfall) gemacht. Nach dem Rundweg haben wir den Weg zurück über den Fluss mit dem Flying Fox genommen. Zuerst war Antje dran, zusammen mit Selma in der Trage – 160 Meter lang, 30 Meter über dem Fluss und nur an einem Seil!!! Deshalb schaut sie auf dem Bild auch etwas ängstlich.

Antje und Selma im Flying Fox
Antje und Selma im Flying Fox

Nachdem die beiden Frauen ordentlich gelandet waren, konnten die beiden Männer ganz entspannt Ihre Fahrt geniessen. Dennoch muss ich sagen, dass wir am Ende ordentlich Speed drauf hatten. Hat großen Spaß gemacht.

Die Männer sind entspannter ...
Die Männer sind entspannter ...

Nach der Gaudi folgte wieder eine längere Autofahrt. Mittag und Lebensmittelshopping haben wir in Westport erledigt. Dann ging es gleich weiter nach Punakaiki um noch die Pancake Rocks (Pfannkuchen Felsen) bei Tageslicht zu sehen – das haben wir dann auch geschafft. Die Tasman See braust hier wie verrückt, so dass die einmaligen Felsen vom Ausspülen und Einstürzen bedroht sind. Aber wir haben unseren Besuch abgehalten und auch ein paar Fotos gemacht.

Übereinandergestapelte Pfannkuchen bei den Pancake Rocks
Übereinandergestapelte Pfannkuchen bei den Pancake Rocks

Da es jetzt schon gegen 20:30 dunkel ist, können wir die Tage auch nicht mehr ganz auskosten. Von daher haben wir nach dem Abendbrot auch gleich einen Schlafplatz gesucht. Gefunden haben wir diesen wieder auf einem Rastplatz direkt über dem rauschenden Meer. Die Nacht hat es stark geregnet und ein starker Sturm hat geweht. Dennoch haben gleich neben uns 2 Menschen gezeltet 😉 *IRRE*

Port Puponga + Fahrt nach Süden

Nach einer anstregenden Fahrt bis in die Nacht haben wir den Morgen ruhig angehen lassen und in der Sonne auf dem Motor Camp gefrühstückt. Dann sind wir zum Visitor Center + Cafe am Port Puponga (nördlichster Punkt der Südinsel) gefahren. Dort sind wir zuerst auf zum View Point gelaufen und haben uns die Weiten der Golden Bay und die Landzunge Farewell Spit angeschaut. Nach einer Wanderung entlang der Innenseite von Farewell Spit bei Ebbe sind wir über den Fossil Point zur Meeresseite gelangt. Wohin das Auge reicht Sandstrand und tossende Wellen, bei ordentlichem Wind. Benno war total happy und rannte immer wieder ins Wasser und wild am Strand entlang.

Benno am Meer bei Farewell Spit
Benno am Meer bei Farewell Spit

Dort sind wir 1,5 Stunden am Strand spaziert, bevor wir über Schafweiden landeinwärts zurück zum Cafe kamen. Hier haben zu Mittag gegessen und uns für die lange Fahrt am Nachmittag zu stärken. Es ging den ganzen langen Weg zurück bis Motueka (Anfang des Abel Tasman Nationalparks). Wir haben hier eine kurze Pause gemacht. Antje hat sich im i-Site erkundigt, und Benno war auf dem Spielplatz. Ich habe den Blog geschrieben. Am i-Site hat man oft die besten Verbindungen. Von Motueka sind wir das Motueka Valley und dann weiter auf dem SH6 in Richtung Murchinson gefahren. Kurz vor der Stadt haben wir auf einem einsamen Rastplatz etwas Abseits der Straße geschlafen. So langsam geht es in Richtung Süden …

P.S.: Unsere Selma wird heute 8 Monate 🙂

Wanderung auf dem Abel Tasman Track

Am Abend vorher hatte sich Antje noch für eine Wanderung auf dem Abel Tasman Coast Track von der Bark Bay nach Anchorage entschieden. Um 09:30 Uhr ging es mit dem Schiff der Firma „Wilsons“ los von Kaiteriteri. Um kurz nach 09:00 Uhr waren wir bereits am Strand und das Schiff stand auch schon da. Wir haben gerade noch einen guten Platz bekommen, bei Abfahrt war das Schiff sehr voll. Nach einer reichlichen Stunde Seefahrt sind wir an der Bark Bay ausgeladen worden und waren mit wenigen Anderen auf uns allein gestellt. Direkt am Strand bauten gerade welche Ihr Zelt ab, es muss traumhaft sein, hier zu campen. Aber wir wollen mal nicht zu viel. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, für 4 Leute Zelt, Schlafsäcke und Isomatten zu tragen, dazu vielleicht noch das Fotozeug, Essen und Trinken und für 5 Tage frische Klamotten. Zuerst wieder einmal steil bergan ging es vom Strand aus, um eine gute Sicht über die Bucht zu haben. Nach etwa 1 Stunde Laufzeit, sind wir wieder zu einer Hängebrücke gekommen.

Hängebrücke Abel Tasman Coast Walk
Hängebrücke Abel Tasman Coast Walk

Nach zwei weiteren Buchten sind wir nach etwa 2,5 Stunden in der Torrent Bay angekommen und haben dort Mittag gemacht. Eine traumhafte Bucht mit viel weißem Sand und flachem türkisfarbenem Wasser. Benno hat mit einem Hund „Hol-das-Stöckchen“ gespielt. Auf dem Weg nach Anchorage haben wir Esther wieder getroffen. Sie war auch auf dem Track unterwegs mit einem Amerikaner. Basti hat dann noch einen Abstecher zu Cleopatras Pool gemacht, aus Zeitgründen allein. Antje ist mit den Kindern schon weiter gelaufen. Am Strand von Anchorage hatte ich sie wieder ein und Benno und ich konnten noch im Meer baden gehen, bevor das Schiff kam, um uns wieder abzuholen.

Benno sprintet ins Wasser
Benno sprintet ins Wasser
Antje in der Anchorage Bay
Antje in der Anchorage Bay

Pünktlich um 17:00 Uhr hat uns das Schiff wieder abgeholt und wieder zurück nach Kaiteriteri gebracht. Hier hat Antje auf dem Oberdeck auch Jörg Pilawa wieder gesehen. Zum Beweis habe ich das Ganze mal auf Foto festgehalten …

Jörg Pilawa und Antje ...
Jörg Pilawa und Antje ...

Als wir mit dem Schiff ankamen, hatte die Ebbe schon wieder eingesetzt. Nach einem Eis und etwas Spielen auf dem Spielplatz sind wir abgefahren in Richtung nördlichster Spitze der Südinsel nach Port Puponga. Dort sind wir auch 23:30 Uhr in der Nacht angekommen und haben auf einem Motor Camp geschlafen. Abendbrot gab es in Collingwood etwa 30 km vorher. Hier gab es übrigens einen phänomenalen Sternenhimmel, was uns auch der Betreiber des Camps bestätigte. Wir haben sehr deutlich die Milchstraße erkannt und auch die beiden Magellanschen Wolken (klein und groß) …