Archiv der Kategorie: Nordinsel

Von Auckland auf dem Weg zur Südinsel

Whanganui River Street und Whanganui

Nach der anstrengenden Nacht sind wir zeitig aufgebrochen und wollten einen ruhigen Tag verbringen. Wir haben uns vorgenommen, ohne Frühstück loszufahren und unterwegs einen kleinen Brunch zu machen. Heute sollte es entlang der Whanganui River Street gehen – auf dem Atlas als orange Straße (eng und teilweise ohne feste Decke) ausgewiesen. So kam es dann auch. Da diese Straße etwa 80km lang ist, bin ich vorher nochmal tanken gewesen. Der Diesel kostet hier umgerechnet 56 Cent / Liter. Da drängt sich doch die Frage auf, wie das bei Euch so aussieht an den Tankstellen? Aber dann ging es auch schon los. Zunächst ruhig, die Straße hatte eine Decke, nur die Markierung hat gefehlt. Dann wurden die Kurven mehr und die Straßen enger und steiler. Nach etwa 5 Kilometern hörte die Straßendecke auf und leichter Schotter fing an – alles noch in Ordnung. Irgendwann hörte auch der leichte Schotter auf und die Schlaglöcher und Steine auf der Straße wurden größer. Dazu wurden auch die Kurven enger und die Straßen steiler.

Whanganui River Street
Whanganui River Street

Zum Glück fahren wir einen starken Diesel, der uns gut voranbringt. Nach etwa 20 Kilometern kam das erste „Dorf“. Der hier ausgewiesene Rastplatz war leider schon besetzt – 2 Leute auf einer Minibank 😉 . Also weiter. Nach etwa 40 Kilometern (bei Tempo 30) hatten wir dann endlich Glück und haben bei einer sehr schönen Aussicht auf den Fluss gehalten. Dort haben wir reichlich 2 Stunden in der Sonne gebruncht, etwa 150 Meter über dem Fluss inmitten des Urwaldes auf einer Lichtung.

Brunch hoch über dem Fluss
Brunch hoch über dem Fluss

Selma hat auf der Decke gelegen und die ersten Vorwärtsbewegungen probiert. Ich habe Benno aus seinem neuen Buch vorgelesen. Danach ging es weiter die Schotterpiste entlang, immer wieder gesäumt von noch engeren Kurven mit zum Glück wenig Verkehr. Aber wenn einer kam, dann wurde es immer sehr eng. Es darf auch nicht unerwähnt bleiben, das dies hier eine internationale Straße ist, denn wir sind durch Orte (Ansiedlungen) mit Namen wie London, Jerusalem und Athen gefahren. In letzterer Stadt haben wir uns auch zum Wandern aufgemacht. Antje hatte auf der Karte den total berühmten Athene Skyline Walk ausgemacht. Einen Eingang dazu haben wir gefunden, alles Weitere ging aber in die Hose. Nach über 1h verzweifelten Suchens und Herumirrens auf einer großen Bergwiese haben wir aufgegeben. Beim Abstieg fanden wir dann aber doch den weiteren Weg. Vom Eingang her war das aber nicht zu sehen. Egal … Hauptsache mal bewegt. Anschließend sind wir die restlichen 25 Kilometer nach Whanganui (am Meer) gefahren, haben dort Lebensmittel eingekauft und sind die Victoria Street entlanggeschlendert. An der Aussichtsplattform haben wir eine Hochzeit in der Abendsonne gesehen … sehr schön. Abendbrot gab es an einem kleinen Rastplatz direkt am Whanganui River. Geschlafen haben wir aber etwas außerhalb an einem kleinen See. Da der Campingplatz recht nah lag, kam der Typ und klopfte spätabends noch an unser Wohnmobil und versuchte uns zu überreden, doch auf seinem Campingplatz zu übernachten. Er drohte uns mit Videoüberwachung, Campingverbot, 500 $ Strafe, Meldung des Nummernschildes an die Polizei, und und und. Das war uns aber egal, denn wir sagten ihm, dass wir zwei Kinder hätten, die schon schliefen und wir diese nicht wecken könnten. Damit ließ er sich erweichen, bot uns aber an, wir könnten am nächsten Tag für 10$ morgens bei ihm duschen … aber da waren wir schon wieder auf der Piste.

Lake Taupo

Wie man sehen kann haben wir am See erstmal ausgiebig gefrühstückt.

Frühstück am Lake Taupo
Frühstück am Lake Taupo

Dann sind wir gegen 11:00 Uhr am See entlang bis nach Taupo in die Stadt gefahren.  In der Stadt leben knapp 22.000 Ew. Allerdings war es an diesem Wochenende sehr voll, da am Samstag hier der Ironman New Zealand stattfindet. Es waren sehr viele drahtige Sportler unterwegs mit genialen Fahrrädern. Wir hatten perfektes Wetter und eine Superaussicht über den Lake Taupo auf die drei Vulkanberge des Tongariro Nationalparks.  In einem Sportladen habe ich mir endlich Wanderschuhe gekauft … jetzt kann es losgehen. Dazu wollte Benno unbedingt ein Skateboard, weil er viele Jungs damit hat rumfahren gesehen. Also haben wir ihm eins gekauft, für 20 $ (10 €).  Zum Mittagessen waren wir im Speight’s (dies ist eine Biermarke hier unten und die Kneipe heißt genauso).

Speight's - Der Stolz des Südens
Speight's - Der Stolz des Südens

@Michael: I didn’t know that your name is a beer brand and your business is going well 🙂 @Susi: Alles richtig gemacht. Am Nachmittag sind wir in den Taupo Hot Springs (Thermalquellen) baden gewesen. Kalt war uns nicht, aber so ein warmer Pool ist schon was …

Taupo Hot Springs
Taupo Hot Springs

Außerdem gibt es hier eine Drachenrutsche. Antje war darauf nicht zu bremsen. Benno und mich hat es fast aus der Bahn geworfen. Benno wollte danach nicht mehr. Ich schon! Nach über 3 Stunden warmen bis heißen Wassers hat es dann aber gelangt. Auch Selma war die ganze Zeit über gut drauf.

Selma in den Taupo Hot Springs
Selma in den Taupo Hot Springs

Auf dem Parklatz haben wir gleich noch Abendbrot gegessen und sind dann in Richtung Whanganui weitergefahren. Übernachtet haben wir dann auf einem Rastplatz mitten in der Prärie zwischen Bahnschienen und Straße. Wir waren ziemlich müde und da ist es fast egal, wenn nachts 5 Güterzüge durch den Kopf fahren (Grrrrr…).

Aranui Cave und Taranaki Falls

Nachdem wir aufgestanden  sind und auf dem Zeltplatz gefrühstückt haben, sind wir gegen 09:30 zur Aranui Cave abgefahren. Dort waren wir die Ersten und Benno wollte auch Erster bleiben.

Aranui Cave
Aranui Cave

Die Führung begann um 10:00 Uhr für etwa 45 Min. Hier drin waren es ca. 15 Grad – also immer noch mehr als in Dresden. Wir haben hier sehr schöne Steine und Gebilde wie Pastinake, Broccoli, AliBaba Schloss, u.s.w. gesehen. Die Führerin hat auch sehr gut gesprochen, deshalb haben wir alles verstanden. Anschließend haben wir noch den  Ranganui Bushwalk gemeistert mit Einblicken in die Höhlen, auf unterirdische Flüsse, viele Urwaldpflanzen und ein paar unbekannte Kleintiere. Nach dem ca. 1h Rundwanderweg war noch nicht mal Mittag, aber wir hatten schon viel erlebt. Danach sind wir in Richtung Tongariro Nationalpark abgefahren. Unterwegs haben wir in Tauramanui gehalten. Da ich noch Wanderschuhe brauchte, war ich in 5 Geschäften … Wanderschuhe waren allerdings Fehlanzeige. Also ging es auf nach Whakapapa Village am Fuße des Tongariro Vulkanes. Wir haben die 3 Vulkanberge schön von Weitem gesehen. In den Nationalpark hinein gab es eine sehr schöne Zufahrt. Direkt vor dem Tongariro steht ein Luxushotel.

Zufahrt Tongariro
Zufahrt Tongariro

Um 17:15 Uhr sind wir zu den Taranaki Wasserfällen losgelaufen . Erst ging es durch Steppe, dann durch Wald und Uwald und schließlich am Fluss entlang. Der Weg war gut ausgebaut. Nach ein paar kleineren Wasserfällen haben wir dann die richtigen Taranaki Wasserfälle entdeckt. Diese kommen aus einer Felswand … traumhaft schön. Ich habe hier viele Fotos gemacht, auch das nebenstehende. Die Sonne verschwindet dabei gerade hinter dem Felsen.

Taranaki Falls
Taranaki Falls

Nach dem Picknick Abendbrot in der Sonne sind wir auf dem Rundweg wieder zurück zum Wohnmobil, immer die Vulkanberge im Blick. Das war gigantisch. Mit Einbruch der Dunkelheit waren wir zurück am Wohnmobil. Nach einem kurzen Snack sind wir weiter an den Lake Taupo (größter See Neuseelands) gefahren. Dort haben wir direkt am See übernachtet und sind erschöpft eingeschlafen.

Waitomo Caves …

Nach einer angenehmen Nacht sind wir heute morgen am Waikato River erwacht. Dies ist der größte Fluss in Neuseeland. Da vom Regen alles noch nass war, konnten wir nicht auf den Picknicktischen frühstücken, sondern haben unsere Campingmöbel herausgeholt und in der Sonne gefrühstückt. Nachdem wir dann alles verstaut hatten, sind wir zwei Stunden lang nach Süden bis nach Waitomo zu den Caves (Höhlen) gefahren – einer echten Touristenattraktion. Nach einem Mittag für die Kinder haben wir es geschafft, Tickets für zwei Höhlentouren zu ergattern und sind anschließend gleich zu einer Führung durch die Glowworm Cave (Glühwürmchen Höhle) aufgebrochen. Zuerst hat der Guide uns mit etwa 20 anderen Leuten in die Welt nach unten ca. 45 Meter unter die Erde geführt und uns erklärt, wie Stalaktiten und Stalakmiten entstehen und wie das Höhlensystem aussieht. Die längste Höhle hier ist 12 Kilometer lang – Wahnsinn. Am Ende gab es eine kurze unterirdische Bootsfahrt durch die Glühwürmchen Höhlen. Abertausende Glühwürmchen hingen dort an der Decke. Das sah beinahe so aus wie ein riesiges Netz mit zehntausenden MiniLEDs … Wir mussten auf dieser Bootstour absolut still sein. Ihr könnte euch vorstellen, wie das mit einer hungrigen Selma so werden kann. Wir wären fast vom Boot verbannt wurden, aber Antje hat da so einen Trick.  Warum man in dieser Höhle so still sein soll, haben wir nicht erfahren. Wahrscheinlich fliegen die Glühwürmchen dann alle ins Freie und vorbei ist es mit der Attraktion. Wer weiß? Nach der Tour und einem Abstecher auf einen kleinen Berg mit Aussicht über das „Auenland aus Herr der Ringe“ haben wir uns für die Nacht auf einem luxoriösen Campingplatz eingenistet. Während Antje die erste Wäsche gemacht hat, sprang Benno auf dem Trampolin auf und ab.

Benno auf dem Trampolin
Benno auf dem Trampolin

Ich habe derweil Essen gekocht. Nach dem Abendbrot bin ich noch mal in den Hot Tube, einem heißen Whirlpool zum Entspannen und habe den sternenklaren Himmel über mir angeschaut; zusammen mit zwei Neuseeländern, zwei Israelis und 3 Deutschen. Hier haben wir den Orion gesehen. Ist der nicht auch bei uns im Februar zu sehen? Antje war derweil mit Selma baden und Benno hat sich einen Film im Wohnmobil angesehen. Jetzt liegen wir bereits im Bett. Ich habe hier natürlich WLAN auf dem Campingplatz. Morgen gibt es noch eine Höhlentour, anschließend wollen wir wandern und am Nachmittag gehts zum Tongariro Nationalpark. Dort hat Antje zwei Wanderungen für uns ausgesucht.  Schaun wir mal, wie das wird …

Piha Beach und Karekare Falls

In Devonport hatten wir einen sehr schönen Abend mit Blick auf die Skyline von Auckland. Hier habe ich sehr viel fotografiert.

Skyline von Auckland am Abend
Skyline von Auckland am Abend

Dabei haben Benno und ich noch Fußball gespielt. Gegen 21:oo Uhr sind wir dann in Richtung Westen zum Waitakere Nationalpark gefahren und haben nach etwa 1,5 Stunden Piha Beach erreicht. Dort haben wir direkt am Strand mit unserem Wohnmobil geparkt und genächtigt. Sehr müde sind wir alle gleich eingeschlafen. Am Abend gab es ein paar wenige Regentropfen … bei warmen Wetter aber kein Problem. Am Morgen sind wir gegen 09:30 aufgewacht und haben zu erst ein paar Surfern beim Wellenreiten zugeschaut, denn hier ist ein wahrhaftiges Surferparadies. Nach dem Frühstück haben wir Lion Rock (ein Vulkankern) erklommen und hatten da traumhafte Sicht auf die zwei Strände von Piha Beach. Wir konnten die Surfer gut von hier oben beobachten. Dieser Felsen liegt direkt am Strand und so hatten wir beim Abstieg erst bemerkt, dass die Flut eingesetzt hat und wir auf dem Rückweg durch knietiefes Wasser waten mussten. Das Wasser war aber nicht kalt, eher angenehm. So war das kein Problem. Anschließend bin ich mit Benno noch zum Strand, und wir sind mit den Füßen darin rumgewatet. Allerdings gibt es hier starke Strömung und hohe Wellen. Wir haben etwa 2 – 4 Meter hohe Wellen gesehen, und wenn die am Strand aufschlagen, merkt man das noch gut. Zum Mittag sind wir dann weiter gefahren nach Karekare (sehr anspruchsvolle Straße für Wohnmobile) zu den Wasserfällen im Urwald. Nach einer kurzen Verpflegung der Kinder am Campsite sind wir zu Fuß bis zu den Wasserfällen gelaufen.

KareKare Falls
KareKare Falls

Die sind ca. 40 Meter hoch, führten aber wenig Wasser. Da KareKare auch am Meer liegt, sind wir noch zur Aussicht „The Watchmen“ gelaufen, von der man gut aufs Meer schauen kann. Benn0 und ich sind noch weiter auf den Felsen geklettert und haben die Aussicht ganz von oben genossen. Der Aufstieg war sehr steil und oben war es sehr eng. Aber wir sind heil wieder runter gekommen. Am Abend waren wir noch Lebensmittel shoppen und bei Wendy’s Burger essen. Danach sind wir über die Autobahn in Richtung Hamilton nach Süden gefahren und haben an einem Rastplatz direkt am Waikato River geschlafen. In der Nacht hat es oft und viel geregnet.